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Gesamtbilanz


Foto von Küstendünen, durch die ein Steg führt

Es ist noch ein weiter Weg zu gehen, um den Verlust an biologischer Vielfalt zu stoppen. © danielschoenen /  Fotolia.com

Die wichtigsten Informationen zu den 19 Indikatoren der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt werden im Indikatorenspiegel in einer Übersicht dargestellt. Die Indikatoren sind dabei den fünf Themenfeldern „Komponenten der biologischen Vielfalt“, „Siedlung und Verkehr“, „wirtschaftliche Nutzungen“, „Klimawandel“ und „gesellschaftliches Bewusstsein“ zugeordnet. Zu jedem Indikator finden sich Angaben zur gemessenen oder beobachteten Größe, zum letzten berichteten Wert, zum Ziel/Zielwert sowie zu Trend und Status (Grad der Zielerreichung). Nähere Ausführungen zur Ermittlung von Trend und Status der Indikatoren sowie eine Erklärung der Symbole finden sich in der  Einführung zu den Indikatoren und in der Legende zum Indikatorenspiegel.

Als weitere Informationen enthält die Übersicht Angaben zur Verwendung der Indikatoren in anderen Indikatorensystemen. In der letzten Spalte steht die Kernaussage des Indikators. Diese fasst kurz die Entwicklung des Indikators und den Handlungsbedarf für das Themenfeld zusammen.

Quantitative Zielwerte wurden bei insgesamt 12 Indikatoren festgelegt. Die Statusangaben zeigen bei sechs dieser Indikatoren einen geringen Zielerreichungsgrad zwischen 50 % und weniger als 80 % und bei fünf weiteren dieser Indikatoren einen sehr geringen Zielerreichungsgrad von weniger als 50 %. Das bedeutet, dass die zuletzt bilanzierten Werte noch weit bzw. sehr weit vom jeweiligen Zielwert entfernt sind. Beim Indikator „Nachhaltige Forstwirtschaft“ liegt der aktuelle Wert in der Nähe des Zielbereiches.

Eine statistische Trendanalyse konnte bei insgesamt sieben Indikatoren durchgeführt werden. Statistisch signifikant in Richtung auf das Ziel bzw. den Zielwert entwickeln sich fünf Indikatoren: Gebietsschutz, Flächeninanspruchnahme, Ökologischer Landbau, Stickstoffüberschuss der Landwirtschaft und Nachhaltige Forstwirtschaft. Nur beim Indikator „Klimawandel und Frühlingsbeginn“ ist der Trend signifikant negativ: Der Klimawandel verursacht eine fortschreitende Verfrühung des Beginns des phänologischen Vollfrühlings. Für den Indikator „Artenvielfalt und Landschaftsqualität“ liefert die Trendanalyse keinen statistisch eindeutigen Trend. Die Entwicklung der bilanzierten Werte ist hier über die letzten 10 Jahre in etwa gleichbleibend. Bei zwölf Indikatoren lässt sich aus methodischen Gründen keine statistische Trendberechnung durchführen, da zu wenige Datenpunkte zur Verfügung stehen.

Die Zielwerte der Indikatoren „Stickstoffüberschuss der Landwirtschaft“ und „Nachhaltige Forstwirtschaft“ beziehen sich auf das Jahr 2010. Diese Werte können bis Ende 2010 nicht mehr erreicht werden. Die anderen Zielwerte gelten, soweit sie an ein bestimmtes Zieljahr geknüpft sind, für die Jahre 2015 oder 2020. Auch wenn bis dahin noch einige Jahre Zeit bleiben, wird an dem starken Auseinanderklaffen der aktuellen Werte und der Zielwerte deutlich, dass die gesetzten Ziele nur unter sehr großen Anstrengungen erreicht werden können. Sehr geringe Zielerreichungsgrade zeigen sich beim ökologischen Gewässerzustand, bei der Flächeninanspruchnahme, bei den eutrophierenden Stickstoffeinträgen und beim Bewusstsein für biologische Vielfalt. Ähnliches gilt für den ökologischen Landbau, für den es jedoch kein konkretes Zieljahr gibt. Bei der Flächeninanspruchnahme und beim ökologischen Landbau lässt sich allerdings ein statistisch signifikanter Trend in Richtung auf den Zielwert feststellen.

Insbesondere die Zustandsindikatoren verdeutlichen, dass das 2010-Ziel der CBD, den Verlust an biologischer Vielfalt signifikant zu reduzieren, bzw. das weitergehende 2010-Ziel der EU, den Verlust ganz zu stoppen, in Deutschland bis Ende des Jahres 2010 nicht erreicht werden kann. Auch in der gesamten EU wird dieses Ziel trotz erheblicher Anstrengungen verfehlt werden.

Die Erhaltung der biologischen Vielfalt bleibt für Deutschland auch in der Zeit nach 2010 eine zentrale Zukunftsaufgabe. Um hier signifikante Verbesserungen zu erzielen, ist eine konsequente Umsetzung der im Jahre 2007 beschlossenen Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt erforderlich. Viele der über 400 Maßnahmen in den Aktionsfeldern der Strategie wurden bereits in Angriff genommen. Positive Wirkungen werden sich allerdings aufgrund langer Zeiträume, welche die Bestände von Tier- und Pflanzenarten sowie Biotope für eine Regeneration benötigen, erst mit erheblicher Verzögerung in den bilanzierten Werten der Indikatoren niederschlagen. Hinzu kommen bei einigen Indikatoren längere Zeitintervalle für eine Aktualisierung der zugrunde liegenden Daten.