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Gentechnik in der Landwirtschaft

Diagramm

Diagramm des Indikatorverlaufs mit Werten von 2005 bis 2009. Die Kernaussage des Diagramms und weitere Informationen finden Sie in der nachfolgenden Tabelle.

Grafik: BfN (2010), Daten: BVL (2009)

Kurzfassung

Indikator "Gentechnik in der Landwirtschaft"
Themenfelder der NBS C 3 Biologische Sicherheit und Vermeidung von Faunen- und Florenverfälschung
Definition Der Indikator gibt Auskunft über das Ausmaß potentieller Wechselwirkungen des Einsatzes der Gentechnik in der Landwirtschaft mit der biologischen Vielfalt.
Gemessene oder beobachtete Größe Größe der für den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen (GVP) gemeldeten Flächen
Letzter berichteter Wert 0 ha (Stand: 2009)
Ziel/Zielwert Von gentechnisch veränderten Organismen (GVO) geht auch in Zukunft keine Gefährdung der biologischen Vielfalt, insbesondere in Schutzgebieten, aus. Konkrete Ziel- bzw. Höchstwerte können für den Indikator derzeit nicht festgelegt werden.
Status n.v.
Trend n.v.
Kernaussage die nachhaltige Nutzung der biologi-schen Vielfalt ausgerichtet werd Nach kontinuierlichem Zuwachs in den Jahren 2005 bis 2008 sind die GVP-Anbauflächen im Jahr 2009 aufgrund des Ruhens der Zulassung von Bt-Mais der Sorte MON 810 wieder auf Null gesunken.
Indikatorensystem KIS, LIKI

Einführung

Foto einer Maispflanze

Gentechnisch veränderter Mais (Zea mays) wurde in Deutschland bis zum Jahr 2008 angebaut. © Kurt Bouda

Die Folgen des Anbaus von gentechnisch veränderten Pflanzen (GVP) für die Umwelt sind komplex und werden in der Gesellschaft kontrovers diskutiert. Die Gentechnik ermöglicht es, Gene zu verändern und weitgehend unabhängig von natürlichen Artgrenzen von einem Organismus auf einen anderen zu übertragen, und durch die veränderte Genausstattung neue Eigenschaften auszuprägen. Die GVP treten auf den Anbauflächen und in deren Umgebung mit wild lebenden Pflanzen und Tieren in Wechselwirkungen. Risiken können sich – auch nach Zulassung – aufgrund unvorhergesehener Folgen neuer Eigenschaften der GVP und komplexer Wechselwirkungen mit anderen Organismen im Freiland ergeben.


Definition

Der Indikator bilanziert die Größe aller gemeldeten GVP-Anbauflächen. Er liefert Informationen, die dazu beitragen sollen, Entwicklungen bei der Anwendung von Gentechnik in der Landwirtschaft in Umfang und Bedeutung zu bewerten. Der Indikator erfüllt damit eine wichtige Aufgabe im Aktionsfeld „Biologische Sicherheit und Vermeidung von Faunen- und Florenverfälschung“ der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt.

In der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt setzt sich die Bundesregierung verschiedene Ziele mit Bezug zu gentechnisch veränderten Organismen (GVO): Auch in Zukunft muss sichergestellt sein, dass bei der Freisetzung und Nutzung von gentechnisch veränderten Organismen (GVO) keine Gefahren für wild lebende Arten zu erwarten sind. Von GVO soll auch künftig keine Gefährdung der biologischen Vielfalt, insbesondere in Schutzgebieten, ausgehen. Neben diesen allgemeinen Qualitätszielen können für den Indikator derzeit keine konkreten Ziel- bzw. Höchstwerte festgelegt werden, da die teilweise lückenhaften, teilweise umstrittenen Ergebnisse wissenschaftlicher Untersuchungen zu den Auswirkungen des GVP-Anbaus auf die biologische Vielfalt noch keine ausreichende Basis für eine solche Normensetzung liefern.

„Wir streben Folgendes an: … Auch in Zukunft sicher stellen, dass bei der Freisetzung und Nutzung von gentechnisch veränderten Organismen (GVO) keine Gefahr für wildlebende Arten zu erwarten ist … .“ (BMU 2007: 28)

„Von GVO geht auch in Zukunft keine Gefährdung für die biologische Vielfalt, insbesondere in Schutzgebieten, aus.“ (BMU 2007: 47)


Aufbau

Die Datengrundlage für den Indikator ist das Standortregister, das vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) geführt wird und im Internet zugänglich ist. Jedes Jahr müssen Landwirte, die beabsichtigen GVP anzubauen, in einer Mitteilung an das BVL angeben, auf welchen Flurstücken der Anbau eines bestimmten Organismus (z. B. Mais) mit einem bestimmten spezifischen Erkennungsmarker (z. B. MON-00810-6) stattfindet.

Der Indikator stellt die Summe der dem BVL gemeldeten GVP-Anbauflächen laut Standortregister dar. Zur Berechnung werden die GVP-Anbauflächen für die einzelnen Kulturarten getrennt (bis 2009 nur Mais) summiert. Die gesamte GVP-Anbaufläche wird jährlich in Hektar bilanziert.


Aussage

Der Indikator wurde für die gemeldeten GVP-Anbauflächen für die Jahre seit Bestehen des Standortregisters (2005-2009) berechnet und bezieht sich auf den Bt-Mais MON 810, die einzige für den kommerziellen landwirtschaftlichen Anbau zugelassene gentechnisch veränderte Kulturpflanze innerhalb dieses Zeitraums. In Deutschland wurde dieser Bt-Mais zwischen 2005 und 2009 auf einer sehr kleinen Fläche angebaut. Die Anzahl der Standorte und die Flächengröße des Anbaus nahmen von 2005 bis 2008 auf niedrigem Niveau kontinuierlich zu. In 2006 und 2007 hat sich die GVP-Anbaufläche gegenüber dem jeweiligen Vorjahreswert jeweils fast verdreifacht. Der Anstieg ging im Jahr 2008 deutlich zurück. Der bisherige Höchstwert der GVP-Anbaufläche wurde im Jahr 2008 erreicht und betrug 3.180 ha verteilt auf 201 Standorte (0,15 % der gesamten Mais-Anbaufläche von knapp 2,1 Mio. ha). Der Schwerpunkt des Anbaus lag bisher im Osten Deutschlands (Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Sachsen). Seit 2009 wurde die Zulassung für Bt-Mais in Deutschland gemäß Art. 23 der EU-Freisetzungsrichtlinie ruhen gelassen. Dies führte zu einem Rückgang der Anbaufläche auf 0 %.

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Weitere Informationen

Der Indikator gibt Auskunft über das Ausmaß potentieller Wechselwirkungen des Einsatzes der Gentechnik in der Landwirtschaft mit der biologischen Vielfalt.